Klappt es auch ohne Visum-Antrag-Firma?

Antragsformular

Selber ausfüllen oder ausfüllen lassen – das ist hier die Frage!

Um in die VR China einreisen zu dürfen, benötigen auch EU-Bürgerinnen und EU-Bürger ein Visum. Dieses kann frühestens 50 Tage vor der Einreise gestellt werden. Da das große Abenteuer China bald los geht, war das Thema „Visum“ drei Wochen vor Abreise aktuell.

Auf der Online-Suche nach dem Antrags-Formular war ich sehr erstaunt, dass an erster Stelle nicht die Chinesische Botschaft, sondern zahlreiche Anbieter bei den Suchergebnissen auftauchen, die einem beim Ausfüllen und Abwickeln des Visum-Antrages unterstützen – dass sie das nicht für lau machen, ist wohl klar …

An der Zahl dieser – ich nenne sie mal der Einfachheit halber und bitte keinesfalls (!) abwertend – „Visum-Antrag-Firmen“ gemessen, scheint der Bedarf enorm hoch zu sein. Wirklich nachvollziehbar ist für mich dies für Individualreisende keineswegs, schon gar nicht, wenn man in der Stadt wohnt, in der sich die Konsularabteilung der Botschaft befindet. Es kann doch nicht so schwierig sein, insbesondere für ein 08/15 Touristen-Visum, das Formular aus dem Internet runterzuladen, auszudrucken, auszufüllen, die benötigten Dokumente, die auf der Website des Konsulates aufgelistet sind, zu kopieren und den Antrag samt Reisepass und Kopien persönlich abzugeben? Mit anderen Worten, ich füllte den Antrag selber aus und gab ihn auch selber ab …

Visum-Antrag

Wie auch immer, in Wien sind Visa-Anträge für die VR China bei der Konsularabteilung der Botschaft der Volksrepublik China in der Republik Österreich in der Neulinggase 29, 1030 Wien zu stellen. Die genauen Öffnungszeiten sowie das Merkblatt, Gebühren-Info etc. finden Sie auf der –> Webseite mit dem Merkblatt  (Stand Oktober 2018). Das Antragsformular kann man von der Seite –> Visumbeantragung der Chinesischen Botschaft herunterladen (Stand Oktober 2018).

Neben dem ausgefüllten Antragsformular benötigt man ein aktuelles Passfoto in Farbe, das auf das Formular geklebt werden muss. Weiters den Reisepass, der zumindest sechs Monate ab Antragstellung für das Visum gültig sein muss und in dem noch eine Doppelseite frei ist, sowie eine Kopie des Reisepasses mit der Seite mit den persönlichen Daten. Zudem benötigt man einen Ausdruck bzw. Kopie der Hotelbuchung und des Flugtickets, bei Rundreisen, Kreuzfahrten etc. auch jeweils eine Kopie der einzelnen Buchungsbestätigungen. Da ich die Reise aus eigenen Mitteln finanziere, konnte ich bei der Frage Wer übernimmt die Kosten für Ihre Reise und den Aufenthalt in China? mit Ich selber antworten. So wurde auch kein Einladungsschreiben jeglicher Art benötigt.

Von der Wiege bis zur Bahre – Formulare, Formulare!

Ganz so schlimm ist es auch wieder nicht! Die aktuell vier Seiten des Antragsformulares (Stand Oktober 2018) sind leicht zum Ausfüllen, alle Fragen sind klar gestellt. Das größte Problem war wohl, die Nummer des Reisepasses und die einzelnen Daten samt Adresse des Hotels korrekt abzumalen. Und, meinen alten Drucker dazu zu bringen, ohne Spompanadeln die Tickets und die Hotel-Buchungsbestätigung auszudrucken. Eh klar, Drucker spüren es, wenn man in Eile ist und geben das Papier nicht mehr her, drucken nur die halbe Seite oder nur ganz „besondere“ Umlaute. Dass in der E-Mail dick und fett auch „Hier geht es zur Druckversion“ stand, habe ich irgendwie nicht gesehen.

Zwei Minuten und mehr zahlen oder zwei bis drei Stunden warten?

Mit dem penibelst genau ausgefüllten Formular samt aufgeklebten Passfoto, Reisepass und den erforderlichen Kopien machte ich mich auf den Weg in die Neulinggase 29. Es handelt sich um ein Eckhaus. Unten im Erdgeschoß ist riesen groß China und Visum zu lesen. Es sieht aus, wie ein Reisebüro, irgendwie nicht wirklich wie ein Konsulat. Drinnen einige Sessel, zwei Mitarbeiter und ein Stoß Anträge auf dem Tisch. Ich ging dennoch hinein um zu fragen, wo man den Antrag abgeben kann. Dann ging es sehr flott: „Haben Sie die Papiere beisammen?“ – „Ja!“ – „Dann dauert es nur zwei Minuten und kostet um 29,00 Euro mehr. Oben im 3. Stock müssen Sie zwei bis drei Stunden warten, das kostet nicht mehr.“ – „Ok, dann schau ich mal hinauf.

Oben bedeutet hier ums Eck im dritten Stock. Dort gibt es einen Warteraum mit drei Schaltern. Schalter 1 und Schalter 2 sind für Fragen und Anträge, bei Schalter 3 ist die Kasse und Abholung der Visa. Bei Schalter 1 und 2 stand jeweils eine Schlange von rund zehn Wartenden. Ich stellte mich dennoch an und nach weniger als einer halben Stunde war schon ich an der Reihe. Das Formular und die Kopien wurden vom Konsulatsmitarbeiter genauestens durchgeschaut, die „besonderen“ Umlaute haben ihn nicht gestört. Dann die Frage „Wann möchten Sie Ihr Visum abholen?“ – „Wenn möglich, kommende Woche!?“ – „Am Mittwoch.“ und gab mir die Abholbestätigung.

Visum

Problemlos und flott! Mein selbst-beantragtes China-Visum

Das war’s. Eine halbe Woche später hielt ich mein China-Visum in Händen. Nun fehlen noch einige Kleinigkeiten wie erforderliches und hilfreiches Zeugs für die Reise, auf neudeutsch Gadgets genannt, sowie etwas chinesisches Bargeld …

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